Forschung und Innovation für systemische Nachhaltigkeit
Das Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“ dient als interdisziplinäre und transdisziplinäre Wissensplattform für Forschungssynthese und Erkenntnisfortschritte sowie gesellschaftliche Innovationen zur Förderung eines systemischen Verständnisses und gesellschaftlichen Handelns im Hinblick auf die Verbesserung der Nachhaltigkeit im Handlungs- und Konfliktfeld „Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Ernährung“.
Ein neuartiger Ansatz
Das Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“ verbindet Wissensintegration mit modellbasierten Abschätzungen und systemischen Innovationen. Die wissenschaftlichen Aktivitäten sind auf den Dialog mit gesellschaftlichen Akteuren ausgerichtet. Wissenschaftskommunikation und spezifische Produkte fördern den Impakt der Ergebnisse.
Ebenenübergreifende transdisziplinäre Dialoge
Facetten des Handlungs- und Konfliktfelds in der Gesellschaft und die Wissensbedarfe aus der Gesellschaft werden in Dialogen zwischen dem Leibniz-Lab „Systemische Nachhaltigkeit“ und Akteuren aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft identifiziert. Eine Kartierung einschlägiger Diskurse ermöglicht für ausgewählte Foren die Co-Kreation von Zielen und die Co-Evaluation ihrer Erreichung. Zusammenhänge zwischen lokal-regionalen Gebieten und der internationalen Ebene finden dabei Berücksichtigung.
Interdisziplinäre und transdisziplinäre Wissensintegration
Bei Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Ernährung handelt es sich um jeweils eigenständige Forschungsbereiche. Entscheidende Schnittstellen zwischen diesen Themen sowie Erkenntnislücken werden systematisch identifiziert. Darauf aufbauend entstehen ein Rahmenkonzept und eine Infrastruktur zur Wissensintegration. Die neuen Ansätze werden in Pilotgebieten erprobt.
Abschätzung systemischer Nachhaltigkeit
Beobachtungsdaten und Analysebefunde zu den Schnittstellen zwischen Biodiversität, Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährung werden ausgewertet. Grundlage ist eine Auswahl von Wissensbeständen aus den Leibniz-Einrichtungen und anderen Quellen. Zudem fließen neue Modellsimulationen auch zum Status planetarer Umweltgrenzen ein. Für das Handlungs- und Konfliktfeld entsteht eine quantitative und qualitative Wissensbasis für Abschätzungen der systemischen Nachhaltigkeit.
Systemische Innovationen
Um Landwirtschaft und Ernährung auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz des Klimas auszurichten, existieren vielfältige Lösungsansätze. Das Lab führt dazu ein ganzheitliches Innovations-Mapping durch. Ausgewählte technologische, ökonomische, soziale und politische Innovationen werden im Co-Design für Nachhaltigkeitstransformationen aufbereitet und auf ihre potenziellen Wirkungen abgeschätzt.
Wissenschaftskommunikation
Die Informationsumgebung zum Handlungs- und Konfliktfeld "Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Ernährung" ist besonders gekennzeichnet durch Miss- und Desinformation. Das Lab untersucht deshalb die Wissenschaftskommunikation für das übergreifende Handlungswissen, das für die adressierten Akteure erforderlich ist.
Adressatenspezifische Transferprodukte
Durch die integrative und handlungsorientierte Forschung des Leibniz-Lab entsteht eine Bandbreite an akteursspezifischen Produkten. Sie reicht von Einschätzungen zu Regelungsoptionen für die Politik über ein Internetportal mit Daten zur systemischen Nachhaltigkeit bis zu Informationen über neue Technologien für Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Innovative Informations- und Bildungsangebote richten sich an Praxisakteure und die Öffentlichkeit.
Forschungs- und Innovationsbereiche (RIA)
Wir fördern die interdisziplinäre und transdisziplinäre Integration von Wissen, um das Verständnis und die Abschätzung von Nachhaltigkeit aus einer systemischen Perspektive für das Handlungs- und Konfliktfeld „Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Ernährung“ voranzutreiben. Dies bildet die Grundlage für die Erforschung konsistenter technologischer, wirtschaftlicher, sozialer und politischer Innovationen gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren.
Pilot- und assoziierte Gebiete
Ausgewählte Standorte rund um den Globus dienen als reale Kontexte für die Untersuchung des Mehrwerts systemischer Nachhaltigkeit. Die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Akteuren ermöglicht es uns, ihre Sichtweisen aufzunehmen und in die Dialoge auf nationaler, supranationaler und internationaler Ebene einzubringen. Jede der Pilotgebiete wird mit einem spezifischen thematischen Schwerpunkt behandelt. Assoziierte Gebiete werden einbezogen, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu reflektieren und das Netzwerk der Gebiete schrittweise zu erweitern.
Berlin/Brandeburg, Deutschland
Im Pilotgebiet „Berlin-Brandenburg“ befassen wir uns mit einer fortgeschrittenen Nachhaltigkeit von Agrar- und Ernährungssystemen, indem Wissenschaftler*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Praktiker*innen zusammengebracht werden, um aktuelle Herausforderungen abzuschätzen und Innovationen zu untersuchen.
Belém, Amazonas, Brasilien
Im Pilotgebiet „Belém“ geht es um den Verlust der biologischen Vielfalt, den Klimawandel und die Ernährungsunsicherheit im Amazonas-Regenwald und an dessen Küste. Der Schwerpunkt liegt auf Nutzungskonflikten und möglichen Lösungen.




